Team O.i.D. auf Reisen

Team O.i.D. auf Reisen

Wenn einer eine Reise tut

Falls wir mal größer fortfahren, dann seht ihr es hier.

Tag22

Sardinien 2015Posted by Markus Tue, January 12, 2016 18:30:42

Tag 22: 22.05. 334km (4896km)

Abfahrt 9:30 Uhr

-Saulgrub - Landsberg Lech – Augsburg – Eichstädt – Beilngrieß - Neumarkt i.d.Opf.-Sulzbach-Dahoam

Geschlafen haben wir sehr gut im “Bayrischen Paradies”. Beim Blick aus dem Fenster lässt sich feststellen, die Straße ist noch nass, aber von oben trocken. Bis es los geht, ist ja noch etwas Zeit. Ganz in Zivil geht es erst mal zum Frühstück. Ein einfaches, aber gutes Buffet steht schon bereit. Wir bekommen sogar frisch gemachtes Rührei mit Speck. Kurz vor dem Gehen bringt uns die Frau noch zwei Tüten. In einer sind schon zwei Äpfel. In die andere sollen wir uns noch belegte Semmeln für den Tag einpacken. Super! Anschliessend auf`s Zimmer und packen. Als wir unsere Packtaschen und den Seesack runter zum Motorrad schaffen, steht schon der Wäschekorb mit den getrockneten Sachen parat. Sogar die Visiere von unseren Helmen sind geputzt. Nach dem Alles an seiner Stelle ist, hülle ich Kristina erst mal wieder in die Regenkombi, in der Hoffnung das die noch dicht ist. Es hat zwar aufgehört zu Regnen, doch die Straße ist noch nass und die Temperatur noch ziemlich frisch. Beim Versuch in meine Regenhaut zu schlüpfen, gibt das Ding seinen Geist ganz auf. Also gleich in die Tonne damit. Ist ja nur noch Heute.

Tatsächlich, um so weiter wir von den Bergen weg kommen, desto besser wird das Wetter und auch wieder wärmer. Kurz bevor wir Augsburg erreichen, machen wir noch mal einen kleinen Stopp. Die Regenklamotte kann erst mal von Kristina runter. Der Himmel ist mittlerweile freundlich. Auf der Umgehungsstraße ist dann Stau. Es geht nichts mehr vorwärts. Glücklicherweise ist vor uns gerade eine Abfahrt, die wir einschlagen. Da geht es dann zu wie in einem Ameisenhaufen. Es ist die Hölle los. Jeglicher Versuch, in die von uns gewollte Richtung zu kommen, endet an einer Umleitung. Wir brauchen fast geschlagene zwei Stunden durch die Stadt. Und zwar nicht London, sonder Augsburg! Ein Stück danach wird uns klar, warum überall Straßen gesperrt waren. Wir kommen durch einige Ortschaften wo noch die Schäden des Sturms zusehen sind.

Es ist mittlereweile Nachmittag als es uns nach Eichstädt verschlägt. Dort halten wir an der Hauptstraße an einer Eindiele. Es gibt Milchkaffee und Eis. Auf der Strecke nach Greding ist mal wieder eine Straße gesperrt. Das Ganze wird von uns aber nicht auf der Umleitung umfahren, sondern auf schönen Schleichwegen.

In Beilgrieß müssen wir mal wieder Tanken. Da gibt es dann auch unsere belegten Brötchen zu Essen.

Über Neumarkt geht es dann weiter nach Lauterhofen. Kurz danach machen wir noch mal einen Abstecher ins Grüne, um Pause zu machen. Langsam wird uns bewusst, dass unsere tolle Reise zu Ende geht.

Gelandet in Burggrub erstmal “Hallo”und Kaffee trinken.

Wir sind Dahoam, was der beste Anfang zum wegfahren ist!;-)

Tag21

Sardinien 2015Posted by Markus Tue, January 12, 2016 18:27:07

Tag 21: 306km (4562km)

Abfahrt 9:30Uhr

-Rovereto-Brenner Paß-Innsbruck-Scharnitz-Garmisch-Saulgrub-

Die Nacht haben wir gut verbracht. Auch wenn es etwas ungewohnt ist, nach dem Aufwachen nicht mehr im Zelt zu liegen. Beim Blick aus dem Fenster scheint sogar ein wenig die Sonne. Kleiden uns erst mal zivil und gehen zum Frühstücken. Es wartet ein großes Buffet darauf geplündert zu werden. Danach wieder Sachen packen und auf dem Moped verstauen. Die Regenkombis haben wir erst mal weggepackt. Was sich als reichlich optimistisch herausstellt, denn gerade als wir startklar sind, beginnt es wieder zu Regnen. Da der Himmel nördlich aber etwas besser aussieht, wollen wir es ohne Gummihaut versuchen. Keine fünf Minuten später hört es auch schon auf und die Straße ist auch wieder trocken.

Sind schon auf das Wetter am Brenner gespannt. Die Wirtsleute haben uns berichtet, gestern war der Brennerpaß wegen Schneefall sechs Stunden gesperrt! Wir lassen uns überraschen. Der Wind hat wieder ein wenig nachgelassen. Auf der Höhe von Bozen sieht man die ersten, fast bis auf Etschtal Höhe verschneiten Berge. Auch der Himmel wird immer grauer und die Wolken hängen tiefer. Bei Brixen machen wir noch mal Pause, um wenn nötig, auf einen Ritt bis Innsbruck durch zu kommen. Da der Regen schon fast zu riechen ist, fällt auch die Entscheidung leicht, die Regenkombi drüber zu ziehen. Es wird auch langsam frisch. Unser Thermometer zeigt noch 12 Grad. Ab Sterzing beginnt es dann zu regnen und die Straße verschwindet in der Ferne in den Wolken. Oben am Paß liegen dann wirklich 20 Zentimeter Schnee neben der Straße und es hat noch FÜNF GRAD! Wir machen nur einen kurzen Fotostopp und dann geht es weiter.

Da die Nordrampe flacher abfällt, dauert es länger bis die Temperatur wieder annehmbar wird. Langsam kriecht die Kälte auch durch die Klamotten. Die letzten zwei Wochen haben wir uns fast täglich gefragt, ob es Sinn macht, Thermounterwäsche bei teils 30 Grad spazieren zu fahren. Ich muss sagen, es macht Sinn! Heute sind wir um jedes Kleidungsstück froh. Kurz vor Innsbruck werden die Temperaturen wieder angenehmer und das Wetter etwas freundlicher. In der Stadt, bei einem amererikanischen Spezialitätenrestaurant, machen wir Pause. Ein wenig auftauen und das kostenlose W-Lan für den Wetterbericht nutzen. Doch der meint, es wird wieder naß werden. Wir entschliessen uns, die selbe Route von der Herfahrt einzuschlagen und so geht es nach Scharnitz. An der letzten Tankstellle in Österreich machen wir noch mal voll. Nach dem Stopp schüttet es wieder wie aus Eimern. Und da ist es auch wieder! Bei niedriger Drehzahl fängt der Motor wieder an zu stottern und man muss aufpassen, dass er nicht ausgeht. Das nervt! Kurz hinter der Grenze rollen wir in eine kleine überdachte Tankstelle, um nach dem Moped zu sehen. Kristina verschwindet ohne Ansage im Laden und bringt erst mal zwei heiße Kaffee! Super Idee!

Mittlerweile lässt mich der Gedanke nicht los, die Motoraussetzer hängen mit Zündung und Wasser zusammen. Hmmmm…….Kontaktspray! Also ich rein in den kleinen Laden der Tankstelle und frage den netten Herrn hinter der Kasse. “ Schau mal in dem Regal hinter dir, da könn´st was finden!” Und siehe da, eine kleine Sprühdose Kontaktspray. Draußen am Moped flute ich erst mal alles damit was irgendwie mit der Zündung oder Lichtmaschiene zu tun hat. Weiter geht es nach Garmisch. Teils regnet es wieder heftig, aber das Motorrad scheint zu laufen. Nach dem Ortsausgang biegen wir Richtung Oberammergau ab. Es regnet natürlich immer noch und so geht es gemächlich den Berg hinauf. Und urplötzlich rutscht mir wieder das Hinterrad weg. Diesmal in einer Rechtskurve. Es kommt zum Glück kein Gegenverkehr und wir kommen vor dem hohen Bordstein auf der anderen Seite zum stehen. VERDAMMT! Der Belag ist wieder völlig schmierig. Heben unseren Grempl erst mal auf und schieben an den Straßenrand. Kristina hat sich anscheinend die Hand etwas angeschlagen, meint aber, es sei alles in Ordnung. Bei mir ist weiter nichts, nur das Regengewand hängt etwas in Streifen. Naja, am Moped hat sich die rechte Seite jetzt der Linken angepasst und die rechte Packtasche ist auch durch! Sch…..!!!! Wir fahren weiter. Ein paar Ortschaften später halte ich noch mal, um zu beratschlagen.

Da uns die gestrige Zimmersuche als durchnässte Motorradfahrer noch gut in Erinnerung ist, beginnen wir langsam damit. In Saulgrub sehen wir von der Hauptstraße aus eine Pension. Fahren auf deren Parkplatz und Kristina geht schon mal rein, während ich am Moped warte. Müssen ja bestimmt gleich weiter. So auf dem Motorrad im Regen sitzend lese ich einige Schilder. Da steht überall was mit Sinne frei machen und Meditation und Bayrisches Paradies?! Kristina kommt wieder raus und hinterher schon die Wirtsfrau mit einem Wäschekorb für unsere nassen Sachen! Super! Nachdem ich abgepackt habe und uns aus den Regenkombis befreit, kann ich sogar in einer Garage parken. Die Leute hier sind herzlich freundlich, aber alle irgendwie so, als könnte man ihnen ein Löschblatt unter den Füßen durchziehen. Egal, wir bekommen den Zimmerschlüssel und auch die Sauna wird extra für uns angeheizt. Erst mal heißt es unsere nassen Sachen auf der Bude aufzuhängen. Danach nehmen wir die Einladung mit der Sauna gerne an. Tut richtig gut nach so einem Tag.

Zum Abendessen gehen wir ins hauseigene Lokal. Das Essen dort ist richtig gut und auch reichlich. Immer wieder kommen kleine Aufmerksamkeiten aus der Küche. Sogar ein selbstgebrannter Bierschnaps wird uns noch spendiert. Sitzen noch eine ganze Weile, unterhalten uns mit den Hausleuten und den anderen Gästen. Ein angenehmer Aufenthalt bis jetzt. Am Zimmer schreib ich noch meine Hausaufgaben bevor wir müde und satt ins Bett fallen.

Wieder aller Hand erlebt heute!

Tag20

Sardinien 2015Posted by Markus Tue, January 12, 2016 18:21:14

Tag 20: 20.05. 416km (4256km)

Abfahrt 7:30Uhr

-Livorno-Pisa-Firence-Bologna-Modena-Verona-Rovereto-

Die Kabine hat sich wieder gelohnt. Kurz bevor der allgemeine Weckruf los geht, schaukelt der Pott etwas und ich wache auf. Bei der Innenkabine hat man ja keine Fenster, aber der Seegang lässt nicht auf all zu gutes Wetter hoffen. Kurz vor der Ankunft gehen wir noch auf das Seitendeck. Die Wolken hängen tief am Himmel. Es ist aber trocken und mild. Beim allgemeinen Rennen vom Schiff sind wir das erste Motorrad, das von Bord geht. Machen uns auch gleich auf den Weg raus aus dem Hafen Richtung Pisa. Genau, da war doch noch was! Am Ortseingang fällt uns auch gleich wieder das Schild mit dem schiefen Turm ins Auge. Zeit sollten wir auch dafür haben. Es ist ja noch früh am Morgen. Die Beschilderung reicht natürlich wieder nur eine Kreuzung weit. Im kleinsten Dorf im nirgendwo steht ein Wegweiser nach Rom, aber eine Sehenswürdigkeit in einer Stadt können die echt nicht ausschildern! Der morgendliche Berufsverkehr trägt auch dazu bei, dass wir bald keine Lust mehr auf Suchen haben und fahren nach Luca. Kurz nach Pisa halten wir noch für einen Tankstopp. Im Laden holen wir uns auch noch einen Kaffee, es gab ja noch keinen. Die Route auf der SS12 durch die Berge würde uns eigentlich besser gefallen. Doch die Wolken hängen immer tiefer und sind auch schon ganz dunkelgrau. Als es dann auch noch zu Regnen beginnt, ist das Thema eh vom Tisch. Mist, nach zwei Wochen schönem Wetter dann doch in die Regenkombi. Das es fast keine vernünftige Möglichkeit gibt die Berge auf der Landstraße zu umfahren, biegen wir bei Luca gegen all unserer Einstellung auf die Autostrada.

Auf der Höhe von Firenze gibt es erst mal Frühstückspause. Es scheint im Moment so, als ob wir ein wenig Vorsprung vor dem Regen haben. Doch kaum fertig fängt es wieder an zu tröpfeln. Der Blick in die Berge hört schon ganz weit unten auf, da die Wolken so tief hängen. Kurz vor Bologna macht der Regen eine Pause und wir das gleiche. Immer noch das selbe Bild. Alles Wolkenverhangen. Bei Modena Süd ist Schluß mit Autobahn fahren. Dort geht es wieder auf die SS12 Richtung Brennero. Es ist Mittagszeit und uns nach etwas zu Essen. In einer Ortschaft sehen wir eine Pizzaria, die sich beim bestellen als Dönerladen entpuppt. Die Pizza und der Cappuccino aus Plastikbechern haben aber trotzdem geschmeckt.

Da ich die Fahrt mitten durch Verona vom Hinweg noch im Kopf habe, wollte ich vorher eigentlich noch Tanken. Doch bis wir uns versehen, sind wir schon auf der Umgehungsstraße Richtung Trento unterwegs. Auch gut. Nach ein paar Kilometern dann doch halt bei einer Tankstelle auf der Landstraße. Was auch praktisch ist, dort gibt es direkt zusammengebaut eine Bar. Gerade das Motorrad von der Zapfsäule weggeschoben und nach einem Sitzplatz geschaut, beginnt es auch schon wieder richtig zu schütten. Gemütlich bei Cappuccino und Wasser sitzten wir den Schauer einfach aus. Kurz darauf ist sogar die Straße wieder trocken und es geht weiter. Am Eingang zum Etschtal sieht man schon wieder dunkle Wolken und Blitze in einiger Entfernung. Also wieder rein in die Gummihaut. Gleich darauf öffnet der Himmel wieder seine Schleusen und der Wind weht auch wieder straff. Mittlerweile ist es halb sechs. Langsam ist Zimmersuche angesagt. Das leidige Klingelputzen zweier nasser Mopedfahrer beginnt. Man hört mal wieder die tollsten Ausreden. Völlig ausgebucht! Steht nicht mal ein einziges Auto auf dem Parkplatz. Oder, wir haben gar keine Zimmer, obwohl man unter dem Schild “Zimmer frei” gerade parkt!

In Rovereto hat Kristina mehr Glück. In einem Hotel beziehen wir Zimmer und bekommen sogar eine Garage für das Moped. Nutzen erst mal ausgiebig die Dusche und waschen etwas Anziehsachen. Das Ristorante im Hotel scheint zwar ein Inder zu sein, aber wir sind zu faul noch mal los zu gehen. Heute haben wir aber auch ein Glück mit unseren Lokalitäten! Egal, das Essen und der Wein schmecken hervorragend.

Der Service und die Freundlichkeit entsprechen überhaupt nicht, dem was man eigentlich in der Gegend gewohnt ist. Zurück am Zimmer heißt es noch Hausaufgaben machen und gespannt auf das Wetter von Morgen zu warten. Es ist Regen und am Brenner sogar Schnee gemeldet, was uns der Hausherr nach dem Essen noch verraten hat.

Erst mal gut schlafen. Morgen ist Morgen. Trotzdem wieder ein schöner Tag!

Tag19

Sardinien 2015Posted by Markus Tue, January 12, 2016 18:16:41

Tag 19: 19.05. 264km (3840km)

Abfahrt 10:30Uhr

-Bari Sado-Orosei-Budoni-Olbia-

Die letzte Nacht in unserem Basislager haben wir gut verbracht. Starten mit den gewohnten Ritualen in den Tag. Nach dem Frühstück fangen wir langsam an, unseren Sachen wieder zu sortieren und am Moped zu verstauen.

Heute geht es ja leider zurück nach Olbia, von wo wir Nachts nach Livorno übersetzen wollen. Die Idee die Fähre nach Genua zu nehmen, um weiter westlich Richtung Heimat zu gelangen, werden vom Wetterbericht für den Alpenhauptkamm zu nichte gemacht. Die Alpen sind aber noch ein ganzes Stück weg und so wollen wir noch den Rest der Insel und das schöne Wetter genießen.

Kurz bevor wir losfahren verabschieden wir uns noch von Marion und Jürgen. War richtig nett mit den beiden. Über die SS125 geht es, heute mal bei schönen Wetter, ein letztes Mal über die Berge. Wehmütig Blicken wir zum Abschied noch einmal hinüber in die Hochebene, wo es uns super gefallen hat und auch traumhafte Strecken zum Endurowandern gibt. Ein Stück unterhalb vom Pass halten wir noch an einer regionalen Käserei. Ein Mann, der gerade damit beschägtigt ist die Bretter auf denen der Käse reift zu säubern, lässt uns erst mal probieren. Es gibt Schafs- und Ziegenkäse. Es schmecken beide sehr gut. Der Ziegenkäse scheint uns für unser Transportmittel etwas besser geeignet, da er etwas härter ist, worauf er uns die Hälfe vakuum einschweißt. Die andere Hälfte nur in Papier gewickelt, die wird wohl besten Falls den heutigen Abend erleben. Auf der Passhöhe gibt es noch einen kurzen Abstecher mit einer kleinen Pause.

Nach Dorgali enden dann auch die Berge und die Landschaft bekommt wieder ein ganz anderes Bild. Nur noch sanfte Hügel, dafür aber auch wieder mehr Bäume. Es ist auch wieder wärmer. Bei der Spiaggia Fuile e´Mare machen wir eine Pause. In weiser Voraussicht haben wir Semmeln im Gepäck, die prima zu dem Käse passen. Als Nachtisch gibt es noch eine Orange.

Nach ungefähr einer guten halben Fahrstunde kommen wir zur Spaccia Berchida. Dieser Strand wird in unserem Reiseführer als einer der schönsten der Insel gelobt. Die Zufahrt erfolgt über eine ca. 5 Kilometer lange Sand- und Schotterstraße. Wieder ganz ungewohnt mit dem ganzen Gepäck auf losem Untergrund. Der Weg endet wirklich am Strand. Also ganz ehrlich, der schönste??? Naja, ist schon schön aber …..Egal, es gibt sehr viel schöne Strände auf der Insel.

Ein Stück später, in Budoni, wollen wir wenigstens noch ein Eis essen oder Eiskaffee trinken. Direkt an der Hauptstraße findet sich dann auch eine Eisdiele. Setzten uns auf die Terasse und bestellen zwei Eiskaffee. Nebenbei kann man herrlich den anderen Leuten zuschauen. Unser Getränk schmeckt sehr lecker. Als ich dann an der Theke bezahlen will, falle ich fast um. Die Frau sagt, sie bekomme 16,00€!!! Für ein Drittel weniger konnte man die letzen Tage in den Bergdörfern Getränke plus Essen bekommen. Naja, die Nähe der Costa Smeralda scheint sich schon spürbar zu machen. Was mich aber fast mehr zum Nachdenken bringt ist, was kostet es denn hier im August?

Es ist zwar erst Nachmittag, aber um beruhigter zu sein wollen wir doch erst mal zum Hafen und die Überfahrt klar machen. Dort angekommen, heißt es noch ein wenig warten bis der Schalter der Fährgesellschaft öffnet. Bei der Rückfahrt gibt es dann auch wieder eine Kabine für uns.

Da noch Zeit ist, fahren wir noch mal zum Golf Aranci. Könnten ja noch Pizza Essen gehen. Hier oben ist wirklich neben der Saison tote Hose. Man findet kaum ein Lokal was geöffnet hat. Nach etwas Suchen findet sich dann doch eine Pizzaria, dachten wir. Beim Bestellen stellt sich dann heraus, dass es doch nur Panini gibt. Schade! Auf weitersuchen haben wir dann auch keine Lust und bleiben. So richtig satt sind wir nicht. Dann muss eben noch der Supermarkt herhalten. Die letzten Packreserven werden ausgenutzt, um noch Essen und Trinken für die Fähre unter zu bekommen. Selbst in den Jackentaschen steckt eine Flasche Bier und oben auf dem Tankrucksack unter dem Spanngummi landet die Chipstüte. Wir verbummeln dann noch ein wenig an der Küstenstraße und dann geht es zum Hafen. Dort angekommen ist unser Moped das Letzte in der Warteschlange.

Pünktlich beginnt das Einschiffen und danach gleich erst mal auf die Kabine unsere Sachen verstauen. Anschließend geht es noch auf Schiffsbesichtigung. Schländern durch das Selbstbedienungsrestaurant und um danach noch am Seitendeck ein wenig Abendstimmung einzufangen. Und wen sehe ich, als ich die Tür nach draußen öffne? Den Ulmer mit seiner Frau. Beide kucken im erstem Moment genau so dumm wie ich! Dieses Mal ist es aber eine ganz nette Unterhaltung. Beim Blick über das Hafenbecken wird uns langsam klar, dass wir dann doch die Insel verlassen. Auch das schöne Wetter wird uns nicht weiter begleiten.

Zurück auf der Kabine gehen wir erst mal Duschen. Danach gibt es Ciabatta, Ziegenkäse und feine italienische Salami. Anschließend heißt es noch Hausaufgaben machen und ein wenig faulenzen.

Der Tag war wieder herrlich und die Inselumrundung ist jetzt auch komplett.

Tag18

Sardinien 2015Posted by Markus Tue, January 12, 2016 18:12:06

Tag 18: 18.05. 156km (3576km)

Abfahrt 9:30Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Flumendosa Tal-Villagrande-Hochebene-Lago Alto di Flumendosa-Lanusei- Camping Platz

Die Nacht war angenehm, als uns der morgendliche Betrieb zeitig aus den Federn holt. Kristina nimmt, wie fast jeden Morgen, erst mal ihr Bad im Meer und ich mach mich übers Frühstück. Schön gemütlich starten wir in den Tag.

Da heute der letzte Tag ist, bevor wir wieder nördlich zum Fährhafen zurück müssen, wollen wir noch mal eine kleine Tour in die Berge machen und den Nachmittag ganz in Ruhe am Platz ausklingen lassen.

Gerade als wir uns anziehen kommt der “Neue” von gestern Abend noch mal. Er hält mir einen Offroad Reiseführer hin und bearbeitet mich so lange, bis ich mir wenigstens die Daten einer Tour abfotografiere. Irgendwie schaff ich es mich los zu reißen und wir fahren los.

In Bari Sado heißt es erst mal Tanken. Über Tortolli geht es weiter nach Villagrande. Auf der Strecke dort hin sieht Kristina einen Wegweiser “Flumendosa Tal”. Der macht uns auch gleich neugierig. Eine kleine Bergstraße führt in ein malerisches kleines Tal. Ständig wechselt die Uferseite, immer über schöne Natursteinbrücken.

Letztendlich ist es dann aber doch eine Sackgasse. Die Straße endet an einem Tor des Wasserkraftwerkes.

Nur ein paar Kilometer weiter setze ich erneut den Blinker rechts, um in einen Schotterweg abzufahren. Nach etwas Geschlängel kommen wir an einen Weiler, wo uns auch gleich drei Köter kleffend begrüßen. In der Annahme, der Weg würde weiter gehen, fahren wir daran vorbei. Die Kleffer natürlich gleich hinter uns her. Da hat sich unsere alte Taktik mal wieder bewährt. Ein wenig langsam, damit die Köter ran kommen und dann ein kurzer, aber heftiger Gasstoß. Dann haben sie im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll und geben auf. Der Weg allerdings geht doch nicht weiter. Also das ganze Spiel noch mal. Die Hunde allerdings scheinen aus der Situation nichts gelernt zu haben. Dann eben das selbe Spiel noch mal!

Kurz vor Villagrande auf der Teerstraße kommt uns eine “GS” entgegen. Ansich ist ja so ein Moped keine Seltenheit mehr, aber mir fällt sofort ein, woher ich den kenne. Der “Ulmer” von der Fähre! Als ich in den Rückspiegel schaue, dreht der auch noch um! Nach dem wir gestern Abend und heute Morgen schon zugenullt worden sind, lass ich unseren Eintopf mal richtig flliegen, was aber bald durch einen LKW verhindert wird. Am Ortseingang ist er dann wieder hinter uns. Wir wollen in entgegengesetzter Richtung die alte, teils abgebrochene Straße Richtung Talana fahren. In der kleinen, verwinkelten Ortsdurchfahrt verpasse ich prompt die Abzweigung. Im Rückspiegel biegt derweilen der Ulmer ab und winkt uns die Richtung. Verdammt, genau das wollte ich nicht! Also umkehren und den Abzweig nehmen. Schon am Ausgang der Ortschaft schliessen wir auf ihn auf. Jetzt bloß auf keinen Stop einlassen, obwohl ich dringend mal den Kaffee wegstellen müsste. Wir suchen unser Heil in der Flucht. Da ich die Strecke noch ganz gut im Kopf hab, der schlechte Belag mit den riesen Schlaglöchern für uns spielt, fahr ich an ihm vorbei und blase volle Segel über das, was von der Straße noch übrig ist. Ich glaube Er hat verstanden, dass ich keine Lust auf Konversation habe.

Nach ungefähr fünf Minuten muss ich aber doch halten, um keine nasse Hose zu bekommen. Der Vorsprung sollte ja reichen. Die “GS” taucht nicht wieder auf und wir genießen noch mal den herrlichen Ausblick. Diesmal lassen wir die Bar in Talana, leider, links liegen und fahren zu unserem Picknickplatz mit der Quelle. Machen kurzen Halt um den Trinkrucksack zu füllen. Unser Plan ist diesmal den Weg nach dem Tor weiter zu fahren. Dort angekommen schließt Kristina hinter uns wieder sorgfälltig ab und es geht weiter in die Hochebene. An einigen Felsblöcken mit tollem Ausblick machen wir Pause und essen unsere Brotzeit. Semmeln, Käse und einen Apfel. Im Navi finde ich einen Weg, der über den Berggipfel auf der anderen Seite wieder auf die Straße führen sollte. Oben auf dem Gipfel auf 1280 m hat man ein tolles Panorama in die Berge.

Der breite Fahrweg scheint wirklich weiter zu gehen. Es geht mal wieder durch ein Gatter, das dieses Mal offen steht, bevor der Weg etwas schmäler abwärts führt. Nach ein paar Kurven wird es wieder Hard Enduro! Teils nur eine Handbreit, ist alles was der Regen noch befahrbar übrig gelassen hat. Und das alles ganz schön steil bergab. Kristina ist hinten drauf wieder ganz große Klasse. Ganz ruhig versucht sie mir so gut es geht Bewegungsfreiheit zu lassen, um die kurzen, aber heftigen Passagen zu fahren. Immer wieder, wenn es der Weg erlaubt, halte ich kurz um uns zu sortieren. Man oh man, hoffentlich müssen wir nicht die ganze Strecke wieder rauf! Der Weg wird aber wieder besser, was uns Mut macht. Vorbei an einem einsamen Bauernhof stehen wir an einem………Weidezaun. Komisch nur, daß der Weg, wie abgeschnitten auf der anderen Seiten fast nur Schemenhaft zu erkennen ist. Ich ahne nichts Gutes. Da uns aber mal wieder Esel besuchen machen wir kurz Pause. Zu Fuß gehe ich ein Stück weiter. Jetzt sieht man den Weg auch besser. Der geht durch einen Bach, um auf der anderen Seite wieder steil den Berg hinauf zu gehen.

Kristina hält den Zaun kurz auf, bevor wir den Versuch starten. Nur ein paar hundert Meter weiter halte ich ein Stück vor einer Steilauffahrt an. Richtig viel Geröll und Oben, kurz vor dem Scheitel, noch ein paar Felsen. Ich will es zunächst alleine probieren, ob es Sinn macht sich dort hoch zu quälen. Vielleicht ist es ja nur dieses kurze Stück und danach geht es wieder angenehmer weiter. Das Geröll geht noch ganz gut. Vor den Felsstufen verlässt mich dann allerdings der Mut, oder die Vernunft siegt und ich bleib in der Auffahrt stehen. Umkehren, das ist echt zu heftig!

Am Rückweg passieren wir wieder das Tor und den Bauernhof. Was uns tröstet, ist die Tatsache, noch einen Abzweig ausprobieren zu können, damit wir nicht die ganze Strecke wieder den Berg hinauf müssen. Dort angekommen entpuppt sich der Weg als schöne Fahrstraße, die zur alten SS389 führt. Der folgen wir dann auch, trotzt Sperrschild. Nach einigen Kilometern folgen wir dann einem Schild zum Lago Alto di Flumendosa. Eine herrliche, kleine Teerstraße. Aber auch diese ist mal wieder durch eine weggespühlte Brücke, mit Offroad Einlage. Fahrspuren zeigen uns den Weg im Bachbett bis zur Furt.

Auf der anderen Seite geht es kurz darauf am Ufer des Sees entlang.

Da es jetzt doch schon Nachmittag ist, halten wir in Lanusei an einer Bar. Kristina bestellt Pizzette, Focachio und natürlich wieder Wasser und Cappuccino. Das Focachio kannten wir noch nicht. Der Kellner hat uns ein Stück in der Auslage gezeigt. Bekommen haben wir aber VIER Stück davon und ja auch noch die Pizzette. Es bleibt natürlich nichts übrig und wir sind papp Satt.

Zurück in Bari Sado machen wir das Moped gleich noch mal voll. Gehen noch kurz einkaufen im Supermarkt und Kristina in einen Laden, wo es schöne T-Shirts gibt.

Zurück am Camp gehen wir duschen um dann über die selbst gemachten Schinkennudeln herzufallen. Lecker. Nach dem Duschen sitzen Marion und Jürgen bei uns.

Unterhalten uns noch bis in die Nacht. Ein gemütlicher Abend und super schöne Abschlusstour in der Hochebene!!!

Tag17

Sardinien 2015Posted by Markus Mon, January 11, 2016 18:18:32

Tag 17: 17.05. 226km (3420km)

Abfahrt 12:00Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-SS125 bis Dorgali-Valle di Laneitu-Orgosolo-Portobello- Lanusei-Bari Sado-

Spät in der Nacht kam dann doch der Regen. In Windeseile schnell unsere Motorrad-klamotten, die auf dem Platzeingenem Wäscheständer hängen, ins Zelt packen und wieder rein. Alles noch trocken abbekommen. So um sieben Uhr in der Früh gießt es dann mal richtig. Wir bleiben noch liegen. Später wird es dann aber wieder besser und es gibt Frühstück ans Bett. Am Vormittag ist der Himmel noch grau und Wolken verhangen. Da noch Niemanden so nach Aufbruch ist, gehen wir mit Marion und Jürgen noch einen Cappuccino trinken. Die Männer unterhalten sich über Mopeds und die Frauen über was sich Frauen so unterhaltenJ

Als dann so um Elf Uhr die Sonne raus kommt, machen die Mädels!! voll den Streß, sie wollen Moped fahren. Da uns gestern das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, versuchen wir es Heute eben noch mal ins Valle di Laneitu. Um den verspäteten Start etwas aufzuholen fahren wir wieder über die SS125 nach Dorgoli. Über der Passhöhe hängen auch noch dicke Wolken und teils ist der Ashalt noch naß. Nach dem Scheitel machen wir Pause auf einen Parkplatz, von wo aus man einen herrlichen Ausblick auf die andere Seite der Goroppu Schlucht hat.

Von dort aus stetig bergab geht es nach Dorgali, wo wir tanken müssen. Das Wetter wird auch immer besser und auch wieder angenehm warm. An der Tankstelle verstauen wir erst mal unsere Fahrerhemden im Tankrucksack.

Einige Kilometer der Straße entlang kommt dann der Abzweig ins Valle di Laneitu. An einer Wandertafel machen wir uns noch “schlau” bevor es in den Taleingang hinein geht. Nur ein kurzes Stück Asphalt und dann beginnt der Schotter. Kaum an Höhe gewinnend führt der Weg über einen breiten Talboden, eingerahmt von fast senkrechten Falswänden, weiter in die Bergwelt.

Angelangt am Infocenter machen wir erst mal halt und eine kleine Pause.

Trotz der wundervollen Landschaft sind wir den Trubel nich mehr gewohnt. Es ist Sonntag und einige Ausflügler sind auch hier. Die letzten Tage waren wir völlig alleine in den Bergen. Schon kurz nach dem Halt kommt schon eine Naturpark-angestellte auf uns zu, um Ihre geführten Touren an den Mann zu bringen. Wir fragen zwar interessiert nach, lehnen dann aber danken ab, mit der Ausrede unsere Motorradstiefel seien nicht zum Wandern geeignet. Kaufen den Damen aber noch zwei Espresso ab und setzten unseren Weg auf der wieder zurück führenden Ringstraße fort. Etliche Wege, die zu einem Abstecher einladen, lassen wir aber auf Grund der vielen Wanderer und daraus eventuell entstehenden Konflikten, links liegen und fahren auf die Hauptstraße zurück.

Da jetzt noch etwas Zeit ist wollen wir das Supramonte Massiv noch fertig umrunden. Die Straße führt nach Orgosolo mit seinen herrlichen malereien an den Hausfassaden. In einer Gasse bleiben wir stehen um einige davon aus der Nähe zu betrachten. Man sieht Gewalt, Unterdrückung aber letzlich auch die Unabhängigkeit vom Festland. Beeindruckende Bilder!

Von Orgosolo führt uns die Straße wieder hinauf in die Hochebene, immer mit Blick auf das Supra Monte. An einer Kreuzung entscheiden wir uns mal wieder für die Nebenstraße. Diese führt kurze Zeit später an einem See entlang, wo wieder der ganze Bauernhof auf der Straße ist.

Dem Navi folgend Richtung Lago di Flumendosa, stehen wir auf einer Brücke mal wieder vor einem geschlossenem Tor. Diesmal fahren wir aber durch und machen artig hinter uns wieder zu. Die Straße wird immer schmäler und kleiner, führt aber laut Karte im Navi direkt auf die Hauptstraße. An einem Bauernhof vorbei kommt die Straße schon in Sichtweite. Nur die Auffahrt auf selbige ist noch etwas rätselhaft. Letztendlich stellen wir fest, daß uns eine Böschung und ein Weidezaun an der Auffahrt hindern. Also steigt Kristina kurz ab, um den Maschendrahtzaun von der Leitplanke zu flechten und ich holpere den Hang hinunter. Danach wieder schön fest tüdeln und weiter gehts.

Nach dem Lago di Flumendosa kommt ein Bahnübergang mit einem nicht mehr in Betrieb befindlichem Bahnhof. Dort gibt es jetzt aber eine Bar, wo wir uns noch einen Cappuccino gönnen. Von dort folgen wir der uns mittlerweile schon fast Hausstrecken ähnlichen Straße über Lanusei nach Bari Sado.

Zurück im Camp heißt es noch kurz in den Lebensmittelladen. Wir kaufen Feierabenbier und Semmeln zum Frühstück. Kristina geht zum baden wärend ich mal unser Moped durchschaue. Danach heißt es Duschen, bevor es leckere Nudeln mit dem restlichen Tomatensalat gibt. Zwischenzeitlich hatten wir noch Besuch von einem neuen Gast, der uns sprichwörtlich zuquatscht und den Ausstieg verpasst. Kristina flüchtet schon mal alleine zum abspülen. Irgendwann bekommt er dann doch die Kurve und wir machen es uns noch vor dem Zelt bei einem Glas Wein gemütlich.

Wieder eine tolle Tour!

Tag16

Sardinien 2015Posted by Markus Mon, January 11, 2016 18:12:00

Tag 16: 16.05. 183km (3194km)

Abfahrt 9:30Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Passhöhe-Talana-Villagrande-Lanusei-Antennenberg-Gairo Vecchio-Jerzu-Campingplatz

Für heute ist Regen gemeldet. Die Nacht war noch windig. Kristina geht aber trotzdem erst mal Baden, bevor wir in aller Ruhe Frühstücken.

An der Rezeption erfahren wir, dass auch das geplante Fest in Bari Sardo wegen dem vorhergesagten Wetter abgeblasen wurde. Schade, wollten evtl. auf ein Bierchen hin.

Der Blick zum Himmel ist aber gar nicht so schlecht und Lust auf den Regen tatenlos zu warten haben wir auch nicht.

In unseren Routen, die ich Zuhause ausgearbeitet habe, steht noch das Valle di Laneitu aus. Wir wollen es trotz der Vorhersage probieren und fahren los.

Um ein wenig Meter zu machen nehmen wir die uns bereits bekannte SS125 Richtung Dorgoli. Etwas unterhalb der Passhöhe beginnt es dann doch zu regnen. Beim Rundblick fällt auf, zur Küste hin und westwärts ist das Wetter besser. Dann schlagen wir eben eine andere Richtung ein.

Ein kleines Sträßchen bringt uns wieder nach Talana. Dort nutzen wir die Gelegenheit um noch mal in die Bar von vor ein paar Tagen zu gehen und bestellen wieder unser bekanntes Gedeck. Da es abgekühlt hat und der Himmel auch hier nicht so freundlich aussieht nehmen wir innen Platz. Heute ist die Bar gut besucht. Einheimische sitzen bei Bier und ratschen. Es ist eine angenehme Atmosphäre. Unser Vorhaben über den Berg zum Lago Flumendosa zu fahren, endet mit dem Schritt vor die Tür und dem Blick in dessen Richtung. Weiter oben hängt alles in Wolken und es regnet.

Unser Blick streift wieder rund herum um eine neue Richtung zu finden.

Südlich scheint es besser zu sein. Wir fahren nach Lanusei. Marion und Jürgen haben uns einen Tipp in dieser Gegend gegeben. Zwar ein wenig unvorbereitet, aber mit der Beschreibung im Kopf, folgen wir unserer Nase. Nur ein paar Kilometer nach Lanusei finden wir die Schotterstraße im Wald auf den Antennen Berg. Die Auffahrt ist gut zu fahren und auch nicht allzu steil. Oben kommt man wieder über die Bäume und hat eine super Aussicht in alle Richtungen. Machen ein wenig Pause und glotzen.

Hinunter geht es auf dem selben Weg um anschliessend der Straße zu folgen. Nach kurzer Fahrt erreichen wir Gairo Vecchio. Das Städtchen ist seit Jahrzehnten verlassen, da der Berghang an dem die Ortschaft steht, sich in Bewegung setzte.

Seitdem ist sie verlassen und man blickt auf ein echtes Geisterdorf. Die meisten der Dächer sind schon eingefallen. Fenster gibt es auch keine mehr in den Häusern. Aber man findet noch die Straßennamen, Hausnummern und eben alles was man sonst so im Dorf hatte. Ein traurig schöner Anblick.

Die Straße bringt uns weiter nach Jerzu. Ein Schild, für Motorräder bestimmt, schickt uns nach dem Ortseingang von der Hauptstraße ab, in die Gassen der Ortschaft. Teils verdammt steil und im Neunzig Gradwinkel geht es ganz eng durch die Häuserschluchten. Bloß gut, dass es eine Einbahnstraße ist!

Von dort aus geht es wieder talwärts und die Temperatueren steigen auch wieder. An einer Kreuzung entdeckt Kristina noch blühende Kakteen dir wir ablichten. Anschließend führt uns unsere Acht wieder nach Bari Sardo, wo mal wieder der Besuch im Supermarkt ansteht. Wir decken uns mit einer Brotzeit und etwas Salat für den Abend ein.

Zurück im Camp gibt es erst mal Kaffee und eine Kleinigkeit zu Essen. Gerade als wir fertig sind, kommt Jürgen herüber und fragt uns, ob wir Lust hätten, heute bei Ihnen mit zu Essen. Die Einladung nehmen wir natürlich gerne an. Jürgen macht eine riesige Pfanne Nudeln mit lecker gebratenem Gemüse.

Um nicht ganz leer zu kommen, hat Kristina noch den nachmittags gekauften Salat gemacht, den wir beisteurern. Natürlich wandert auch das ein oder andere Getränk über den Tisch, während wir über Benzin und die Welt plaudern.

Es ist spät geworden. Duschen gehen ist heute ausgefallen. Anschließend sitzen wir noch ein wenig im Zelt und machen Hausaufgaben.

Trotz der Ausweichfahrten eine schöne Tour und toller Tag!

Tag15

Sardinien 2015Posted by Markus Mon, January 11, 2016 18:07:20

Tag 15: 15.05. 152km (3011km)

Abfahrt 10:00Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Lotzorai-Tiei-Schlucht Goroppu-Urzulei-Lotzorai-Camping Platz

Durch den warmen Wind am gestrigen Abend, hatten wir Nachts Sauna im Zelt. Kristina holt sich erst mal wieder ihre Abkühlung im Meer. Anschließend gibt es Frühstück. Da heute bis ca. elf Uhr unsere Reifen kommen sollten, wollen wir erst mal nach Tortolli.

Bei der Stadtdurchfahrt halten wir noch an einem Souvenierladen. Möchten ein Sardinien T-Shirt für uns beide. Eine Vielzahl an Motiven und Farben, aber so richtig hat uns Keines gefallen. Da wird sich aber noch eine Gelegenheit ergeben. Nun erst mal zum Reifenhändler.

Wir sind noch nicht mal richtig auf den Hof gefahren, kommt der nette Angestellte schon angelaufen, grinst über das ganze Gesicht und zeigt uns Daumen hoch. Super, unsere bestellten Reifen sind gekommen. Es war zwar beruhigend zu wissen, auf jeden Fall irgendwelche Schlappen zu bekommen, aber mit unseren bestellten bin ich viel zufriedener.

Es ist schon später Vormittag und es sind einige Mopeds vor uns. Ein Mechaniker der immer an zwei Motorräern gleichzeitig schraubt, ist schon fleißig an der Arbeit. Bei seinem Kollegen wird die Montiermaschiene gar nicht kalt. Als unser Moped an der Reihe ist gehe ich den Jungs ein wenig zur Hand. Zwischenzeitlich sind dann doch ein einhalb Stunden vergangen. Der Service dort ist wirklich zu empfehlen. Die Mechaniker bekommen noch Trinkgeld und wir machen uns auf den Weg.

Unser Ziel ist die Schlucht, die uns der nette Herr aus dem Motorradteileladen versucht hat zu erklären. Da die Beschreibung schon drei Tage her ist, diese auch noch in Italienisch mit wilder Gestig, finden wir den Einstieg in die Schlucht natürlich nicht auf anhieb. Die Abstecher sind aber auch sehenswert und so gestaltet sich die Suche nach dem richtigen Abzweig recht kurzweilig.

Am richtigen Abzweig angekommen, führt uns ein schmales Asphaltband, das in den Fels geschlagen ist, wieder in die Hochebene.

Als die Teerdecke endet, kommen wir an eine Steigung. Die Straße wird auch schmäler. Auf halber Höhe des Anstiegs kommen plötzlich oben über die Kuppe fünf komplett aufgemotzte Toyota Land Cruiser entgegen. Trotz der schmalen Fahrbahn machen die nicht mal Anstalten, langsamer zu fahren, geschweige denn anzuhalten. Die haben die selbe Sonderausstattung wie Daimler Fahrer. Eingebaute Vorfahrt!

Auf der letzten Kante vom Seitenstreifen passen wir irgendwie an den Dickschiffen vorbei, ohne am Fels oder den Kotflügeln der Kisten, hängen zu bleiben.

Danach tut sich eine herrliche Landschaft auf. Ein riesiges Hochtal mit toller Aussicht.

Anschließend windet sich die Schotterpiste in ein trockenes Flussbett hinunter, wo mal wieder die Brücke fehlt.

Auf der anderen Uferseite mündet der Weg bergwärts in einen märchenhaften Wald. Gedrungene, knochige und wild verschlungene Bäume säumen die Seiten. Immer wieder an steileren Stellen ist der Weg komplett mit Kopfsteinpflaster belegt. Große, leicht rundliche Pflastersteine, die bei langsamer Fahrt echt nervig sind. Man hat das Gefühl, jeden einzelnen mitzuzählen. Also dann eben etwas schneller! Schon geht es prima über das Gerüttel drüber.

Mit stetigem auf und ab schlängelt sich der Weg, scheinbar endlos durch den Wald.

Bloß gut, dass die Blechkisten vom Anfang uns nicht hier begenet sind!

Doch plötzlich scheint der Weg an einem Wendehammer ähnlichen Platz, mittig mit einer alten Eiche, zu enden. Rings um den Baum stehen drei oder vier VW- Busse. Gerade als wir anhalten wollen, schaut ein Mann hinter dem Bus vor und winkt uns zielstrebig seitlich an seinem Auto vorbei, in einen etwas breiteren Wanderweg!

Gut, wenn der meint! Vorbei am Bulli, einen kleinen Absatz hinunter führt der Weg etwas abschüssig weiter, wo uns auch gleich ein paar Männer mit irre viel Ausrüstung auf dem Rücken entgegenkommen. Nach nur ein paar hundert Metern ist aber dann wirklich Schluss. Der Wanderweg zwar nicht, aber für uns. An einem Infoschild, wo etwas über die Schlucht und deren Entstehung geschrieben steht, lassen wir unser Moped stehen.

Es geht zu Fuß weiter. Wenn wir die Beschreibung vom Motorradladen richtig interpretieren, muss es hier ganz in der Nähe einen tollen Ausblick in die Schlucht geben.

Nach nur wenigen Minuten auf dem alpinen Steig kommt uns eine Frau, auch sehr bepackt, entgegen. Auf Englisch fragt sie, ob uns ein paar Männer begenet sind und wenn ja, in welche Richtung sie unterwegs waren. Sie bekommt freundlich Auskunft, um uns bei ihr auch gleich nach dem Aussichtspunkt zu erkundigen. Mit Blick auf unser Schuhwerk meint sie noch, der Weg sei sehr steil und steinig.

Noch ein paar Gehminuten weiter, laufen wir etwas abseits auf ein paar Felsbrocken zu. Dort angekommen, blicken wir in die Goroppu-Schlucht hinunter. Eine, in Bogenform, fast senkrechte Felskante, mit einem tiefen V-förmigen Einschnitt.

Wir machen uns einen bequemen Sitzplatz auf den Steinen zurecht, um die Aussicht zu genießen.

Mittlerweile ist es halb vier. In entgegengesetzter Richtung geht es auf den Rückweg. Mit etwas Streckenkenntnis und gewonnenem Vertrauen zum Rüttelpflaster erreichen wir zügig wieder die Hauptstraße.

Beim Pflichtbesuch in einer Bar, fällt die Entscheidung uns noch für den Tourentipp zu bedanken. Da auf der topfebenen Passstraße sich etliche Motorradfahrer tummeln, nehmen wir noch einen Abstecher in ein Seitental Richtung Tortolli. Ein schmales, aber gut ausgebautes Sträßchen windet sich in Kehren und Kurven hinab.

Am Laden angekommen, versuchen wir trotz Verständigungsproblemen, uns zu bedanken.

Der Besitzer ist sichtlich erfreut darüber und erzählt sofort ganz Stolz seiner Kundschaft, wo wir heute waren. Er verabschiedet uns noch persönlich am Moped und wir winken noch mal freundlich, bevor wir die Gasse verlassen.

In Bari Sardo gehen wir wieder zum Einkaufen. Kristina hat heute Morgen von der netten Frau an der Rezeption einen Tipp zum einheimischen Essen bekommen. Holen uns Gulurgionis (gefüllte Teigtaschen) und Sebadas (gefüllter Pfannkuchen).

Zurück am Platz treffen wir Marion und Jürgen. Quatschen ein wenig über den Tag und tauschen Tourentipps aus.

Dann wird gekocht! Im Moment haben wir ja den Luxus von zwei Kochern und können so richtig brutzeln.

Erst gibt es die gefüllten Teigtaschen mit Tomatensoße, Parmesan und Salat. Zum Nachtisch dann, die mit Schafskäse gefüllten Pfannkuchen, dick mit Honig bestrichen. Hört sich abenteuerlich an, schmeckt aber richtig lecker.

Am Abend hat es heftig abgefrischt und wir sitzen noch mit langen Sachen draußen. Auch der Wind ist etwas stärker geworden. Kristina hatte es schon beim Baden gemerkt und mit den Wellen gekämpft.

Wieder ein herrlicher Tag mit wunderschöner Tour!

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