Team O.i.D. auf Reisen

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Wenn einer eine Reise tut

Falls wir mal größer fortfahren, dann seht ihr es hier.

Tag12

Sardinien 2015Posted by Markus Sun, January 10, 2016 17:56:05

Tag 12: 12.05. 232km (2656km)

Abfahrt 9:15Uhr

Tagestour vom Platz aus

-Camping Marina-Lanusei-Lago alto di Flumendosa-Passo Arcu-Desulo-Aritzo- Seui-Lago alto di Flumendosa-Lanusei-Camping Marina

Wir sind bei Zeiten wieder auf. Kristina genießt den Morgen im Wasser und ich beim Frühstück machen.

Heute geht es endlich in die Berge. Haben uns für die Tour um den Lago alto di Flumendosa entschieden, die ich zuhause ausgearbeitet habe. Um viertel Zehn rollen wir schon aus dem Platz. Gleich hinter Bari Sardo beginnt die SS390, die in herrlichen Kurven und Serpentinen in die Berge nach Lanusei führt. Ein Stück später finden wir am Südende des Sees den Abzweig zu unserer Tour. Eingebettet zwischen die Berge, liegt verästelt der Stausee. Wie aus dem Nichts stehen immer wieder Kühe und Ziegen auf der Fahrbahn, was aber im Touring-Modus kein Problem ist. Auf der kleinen Nebenstraße, die langsam ein wenig ansteigt, hat man herrliche Blicke auf den See. Als wir auf eine Anhöhe kommen, wo sich der Weg gabelt, halten wir mal wieder. Es öffnet sich der Blick über die Hochebene in die Berge.

Wahnsinns Landschaft! An den Hängen der gegenüberliegenden Berge erkennt man, sich in die Höhe schlängelde Wege und Fahrstraßen.

Unsere eigentliche Route würde zwar der Panoramastraße folgen, doch wir können der Möglichkeit nicht wiederstehen, einen Abstecher ganz hoch in die Bergwelt zu machen.

Die schmale Straße geht erst mal in ein enges, schon fast Schlucht ähnliches Tal. Dort finden wir dann eine Abzweigung, die den Berg hinauf führt. Immer noch alles geteert. Mal schlechter, mal besser. Immer wieder Kühe oder Schweine auf der Straße. Langsam weichen die Bäume den Sträuchern und Kräutern, die hier in einer uns unbekannten Menge schon fast wuchern. Dadurch wird die Aussicht natürlich auch besser. Der Asphalt geht zu Ende und Schotter breitet sich vor uns aus. Die Steigung ist noch gemässigt. Auf einer Anhöhe sieht man den Fahrweg weiter in die Berge gehen und der Schotter wird mehr und mehr zum Geröll. Ein paar kurze, aber knackige Anstiege mahnen schon zur Vorsicht. Auf über 1150 m kehren wir um. Scheint eine Sackgasse zu sein. An einem Aussichtspunkt, mit einer Nuraghe, machen wir Pause. Der Blick ist Irre! Steigen noch hoch auf das Steindenkmal.

Nach ein wenig Orientierung in der Landschaft versuschen wir das Plateau zu überqueren, um auf der anderen Seite wieder ins Tal zu gelangen. Die Karte, die, wie schon die ganze Zeit, auf unserem Tankrucksack thront, gibt so gut wie gar keinen Aufschluss über den Verlauf. Das Einzigste was jetzt hilft ist unser Navi. Ein Weg, der selben Kategorie wie bis jetzt, scheint weiter zu gehen. Wir folgen ihm. Wieder allerhand Getier auf dem Weg. Auch ein Bergbauer mit seinem Geländewagen schaut nach dem Rechten. Noch ein wenig zurückhaltend, aber grüßend fahren wir an Ihm vorbei. Das Plateau ist zu Ende und der Weg geht teils richtig steil mit losem Geröll und Felsen bergab. Kristina macht sich fast unsichtbar hinten, echt klasse! In einer darauffolgenden Abfahrt merke ich, wie der Kupplungshebel plötzlich durchfällt! SCHEISSE, keine Kupplung mehr, mitten im nirgendwo in den Bergen. In der Nähe eines kleinen Bergbaches halten wir. Fehlersuche ist angesagt! Austretendes Öl ist nirgends zu sehen. Nach dem Öffnen des Ausgleichsbehälters……….kein Öl mehr drin. Puhhhhhhhh.

Zum Glück haben wir Motoröl mit. Eigentlich nicht das Richtige für die Kupplung, aber zum Rausfahren aus den Bergen wird es schon funktionieren.

Während meiner Schraubaktion kommt der Bergbauer mit seinem Geländewagen gefahren. Wir versuchen zu Fragen, was der kürzeste Weg ins Tal zu einer Ortschaft sei? Er fragt uns in welche Ortschaft wir denn wollen?! SCHEISS EGAL, Hauptsache hier irgendwie raus!

Noch schnell Kupplung entlüften und weiter geht´s. Der erklärte Weg geht wieder ein Stück bergauf. Es wird teils total steil, sowohl rauf, als auch runter. Der Blick für die Landschaft weicht der Suche nach der Ideallinie durch das lose Geröll und Felsbrocken. Ich hab nur noch unsere angeschlagene Kupplung im Kopf, die hier Schwerstarbeit leisten muss. Bloss nicht noch mal verrauchen!

Das was wir hier machen, ist für mich die Grenze des Machbaren zu zweit auf einem Moped.

Seit dem Beginn der Schotterstraße bei der Auffahrt zum Berg sind mittlerweile 25 km und fast 2,0 STUNDEN vergangen!

An einem kleinen Anstieg wird die Geröllpiste wieder zu einer Schotterstraße. Uns fällt ein Stein vom Herzen und machen völlig durchgeschwitzt im Schatten einer Korkeiche erst mal Pause.

Kurz darauf erreichen wir die Teerstraße. Manchmal freut man sich sogar darüber! Nach dem Stück haben wir Hunger und tanken steht auch an. In der nächsten Ortschaft gibt es dann auch eine Pizzaria. Bei einem Cappuccino, Cola, Wasser und Panini, lassen wir das Erlebte erst mal sacken.

An einem Dorfbrunnen, wo sich auch die Einheimischen Wasser holen, füllen wir den Trinkrucksack und die Flasche auf.

Auf dem Rückweg wollen wir unsere angefangene Flumendosa-Panoramastraße vervollständigen.

Es gibt noch viele genüßliche Ausblicke über das Plateau und in die Berge wo wir uns noch vor ein paar Stunden durchgekämpft haben.

Und immer wieder der ganze Bauernhof mitten auf der Straße, Kristina kriegt sich gar nich mehr ein.

Vom Seeufer aus fahren wir in entgegengesetzter Richtung nach Bari Sardo, um noch im Supermarkt einzukaufen.

Kristina nimmt erst mal ein wohlverdientes Bad im Meer. Anschließend kochen wir was Leckeres, gehen duschen und sitzen noch vor dem Zelt.

Ein toller Tag, eine super Tour, auch für Kristina richtig anstrengend.

Eigentlich sollte es heute eine nicht so lange Genussrunde werden.

Genüsslich war´s trotzdem J