Team O.i.D. auf Reisen

Team O.i.D. auf Reisen

Wenn einer eine Reise tut

Falls wir mal größer fortfahren, dann seht ihr es hier.

Tag14

Sardinien 2015Posted by Markus Sun, January 10, 2016 18:08:28

Tag 14: 14.05. 162km (2859km)

Abfahrt 9:15Uhr

Tour vom Platz aus

- Lanusei – Villanova – Nationalpark - Monte Olinie –Talana -alte Straße Villagrande-Lanusei - Camping Platz

Die Nacht war wieder angenehm. Schon seit ein paar Tagen werden wir am Morgen sanft von den Handwerkern geweckt, die dabei sind, das Restaurant aus dem Winterschlaf zu holen und noch das ein oder andere zu reparieren.

Machen schön gemütlich unser gewohntes Morgenprozedere.

Da uns der Naturpark sehr gefallen hat, wollen wir heute etwas weiter nördlich wieder hin.

Zuerst heißt es aber Tanken. Denn selbst mit einem halb vollen Tank kann einem beim Abstecher dann doch mal das Benzin knapp werden. Die Strecke Bari Sardo-Lanusei kennen wir ja schon. Der Versuch ist, auf einer Nebenstraße nach Lanusei zu fahren, was aber erst aufs zweite Mal klappt.Der Weg führt zwischen Obstgärten hindurch. Bei einem Stopp können wir nicht wiederstehen, dem Besitzer die Kostprobe abzunehmen und “klauen” uns eine Zitrone vom Baum. Die Straße, teils Schotter, teils Teer. Kurz vor Lanusei blicken wir noch in eine kleine, schöne Schlucht.

In Lanusei selbst ist heute Markt. Man hat das Gefühl, die ganze Gegend ist auf der Straße zum Einkaufen. Doch schon am Ortende ist der Verkehr vorbei. Am Lago alto di Flumendosa, an einer Kreuzung, halten wir zur Orientierung an.

Weiter geht es die alte Straße nach Villanova, von wo ein Abzweig Richtung Talana geht. Es geht leicht bergan und die Hochebene beginnt wieder. Ein kurzer Abstecher auf eine Nebenstraße bringt uns an einen schönen Aussichtspunkt, wo eine kurze Pause ansteht. Der Weg geht dann aber in der falschen Richtung weiter und wir kehren um. Nur ein paar Kilometer später, erneuter Abstecher. Dieses Mal aber ein Schotterweg. Schon nach einem kurzen Stück müssen wir durch einen Bach. Danach wird es steiler und auch schlechter zu fahren. Noch etwas kuriert von der Aktion vor zwei Tagen, lass ich Kristina an einem schönen Aussichtspunkt absteigen. Das Geröll und die Steine werden wieder mehr. Ich fahre noch ein Stück bis auf das Plateau. Ein herrlicher Ausblick auf die umliegenden Berge. Wieder zurück genießen wir noch die Landschaft und beobachten Mistkäfer bei iher Arbeit.

Anschließend geht es weiter Richtung Talana.

In einer Kurve, fast auf Passhöhe, sieht Kristina einen Wegweiser: See-Picknick. Schlagen den Weg ein und gelangen noch tiefer in die Hochebene. Nach ein paar Kilometern wird die Straße wieder zur Piste. Fast Topfeben und super zu fahren. Kommen an den ausgeschilderten Picknickplatz und machen Rast. Schön angelegt mit gemauerten Bänken und einem Brunnen. Den nutzen wir gleich, um unseren Trinkrucksack wieder zu füllen.

Von dort aus geht die Piste weiter. Die Beschilderung ist inzwischen aus Felsplatten, auf denen Ortsnamen oder auch die Namen der Berge geschrieben sind.

Nur wenige Kilometer weiter ist Ende. Ein großes Tor versperrt die Weiterfahrt. Da wir uns nicht sicher sind, ob es nur Weidegatter oder Sperrtore sind, kehren wir um.

Ungefähr auf halber Strecke gab es aber noch den Abzweig zu einem See. Den wollen wir versuchen.

Fahren das Stück zurück und biegen ab. Die Straße ist wieder geteert und geht etwas bergab. Nach einer Kurve stehen auf einmal, wie aus dem Nichts, Esel. Mitten auf der Straße. Ich halte mit etwas Abstand an um sie nicht zu erschrecken. Als ich dann die Hand zu ihm ausstrecke, kommt der größte von ihnen auf uns zu. Brav bleibt er neben uns stehen. Wir können ihn sogar streicheln, herrlich.

Fahren vorsichtig weiter, damit die Esel nicht aufgeschreckt werden. In einer Kurve fehlt dann fast wieder die ganze Fahrbahn. Eine Mopedbreite ist noch da. Nur ein kleines Stück weiter fehlt dann die ganze Brücke. Weggeschwemmt! Sehen uns kurz um und finden Autospuren in das Flussbett hinein.

Wieder mit etwas Abstand zum Anfahren halte ich vorher an. Diesmal sieht es so aus, als wäre es etwas tiefer. Auch die Ausfahrt auf der anderen Uferseite ist steiler. Kristina steigt sicherheitshalber mal ab. Ich setze an und komme ohne Probleme durch. Es ist zwar kein reißender Strom, doch die Tiefe reicht aus, um beim Durchlaufen mit den Stiefeln oben einzuschöpfen. Da ich meiner besten Beifahrerin nasse Füße ersparen will, fahre ich zurück, um sie dann doch per Achse zu holen. Wir sitzen beide im Sattel und ich fahre an, als uns auf der anderen Uferseite, ein weißer Land Rover mit Parkrangern entgegenkommt. Im ersten Moment denke ich mir, jetzt wird es Ärger geben. Der allerdings, sieht uns, hält sofort an und winkt uns zu, um die Durchfahrt zu nehmen. Das gelingt auch trotz der Wassertiefe wie aus dem Bilderbuch. Winken den beiden Rangern noch freundlich zu und fahren auf der anderen Seite weiter. Die Straße ist wieder in einem relativ guten Zustand und folgt weiter dem Flussbett. Einige hundert Meter weiter, fällt uns auf, das Wasser ist plötzlich dreckig und ein paar Wellen schieben sich durch den Bach.

Gedanken schießen plötzlich durch meinen Kopf. Der See ist vielleicht ein Rückhaltebecken, Morgen ist Regen gemeldet, die Straße dorthin ist eine Sackgasse, die Ranger haben eventuell das Becken geöffnet, um Platz zu machen, für den Regen der kommen soll, wir müssen noch mal durch den Fluss!

Da wir keine Ahnung haben, ob wir mit unserer Vermutung Recht haben, kehren wir sofort um, damit die Durchfahrt nicht all zu tief wird. Bei der Furt ist auch schon das Dreckwasser angekommen und etwas tiefer als vorher. Es geht aber noch ohne Probleme.

Zurück auf der Hauptstraße fahren wir wieder Richtung Talana. An der nächsten Passähnliche Höhe sehen wir einen Wegweiser “Monte Oline”. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und folgen.

Von der Straße ab, auf einen Schotterweg, geht es gemächlich bergauf und man gelangt erst mal an einen Bergsattel. Der Blick von dort ist echt der Hammer. Nach Osten über eine senkrecht abfallende Felskante bis zur Küste, nach Westen in die Hochebene. Ein paar hundert Höhenmeter tiefer entdecken wir auch eine interessante Straße, die mit kaum Höhenunterschied der abstürzenden Felskante folgt.

Doch erst mal den Weg noch weiter Richtung Gipfel. Teils sehr steil, aber gut zu fahren, ist mal wieder an einem Tor Ende. Dieses mal aber abgeschlossen. Dahinter befindet sich ganz oben auf dem Berg eine Sendestation. Egal, eine Sackgasse mit super Ausblick!

Nun geht es aber entgültig nach Talana, um unsere Kaffeepause zu bekommen. Unweit der Kirche und dem Rathaus gibt es eine Bar. Da es keinen Bürgersteig gibt, stehen Tisch und Stühle einfach am Straßenrand. Wie schon gewohnt, bestellen wir Cappuccino, Cola, Wasser und diesmal Pizzasette. Kannten wir zwar noch nicht, schmeckt aber lecker. Das Freiluftkino hier mitten im Dorf ist herrlich. Einheimische hupen und winken sich zu, jeder scheint hier jeden zu kennen.

Satt und ausgeruht geht es nur ein kleines Stück zurück bis zu einem Abzweig, wo wir die von oben gesehene Straße vermuten. Alte Torpfosten links und rechts der Straße erinnern an eine Sperrung der Strecke. In Sichtweite vor uns fährt ein Fiat Panda und lässt hoffen, dass die Straße weiter geht. Kurz darauf wird auch klar, warum diese Route nicht immer zu befahren war. An den Stellen wo sich die Fahrbahn duch eine Felsrinne schwingt, die steil vom Berg herab kommen, ist immer wieder die komplette Straße ins Tal hinunter gerissen. Fels- und Erdrutschte haben hier ganze Arbeit geleistet. Es gibt aber immer ein Drüber kommen. Entweder eine “Panda Breite” als restlichen Fahrweg oder eben Felsbrocken, die mit Beton übergossen wurden.

Auch der Ausblick ist herrlich. Der Blick reicht immer bis zur Küste.

Nach ungefär zehn Kilometern kommt man nach Villagrande, ein schönes, ruhiges Bergdorf.

Von dort aus machen wir uns auf den Weg über Lanusei nach Bari Sardo. Unweit der Tankstelle haben wir einen Haushaltswarenladen gesehen. Dort möchten wir uns eine neue Espressokanne kaufen. Nicht das wir noch keine hätten, aber bei unserer ist schon vor ein paar Tagen beim Öffnen der Henkel abgebrochen. Um weiter Kaffee trinken zu können, musste ich immer mit einer Zange die Kanne anpacken, was etwas unbequem ist.

Im Laden angekommen, finden wir auch gleich ein passendes Stück. Hinter dem Verkäufer im Regal sehe ich Gaskartuschen. Mittlerweile haben wir zwar Ersatz, doch unser alter Kocher wäre uns doch lieber. Ich zeige ihm das Foto unserer Schraubkartusche. Der freundliche Herr hinter dem Tresen schüttelt mit dem Kopf, schickt uns aber in ein Bootszubehörgeschäft. Dort angekommen gehen wir rein, zeigen brav wieder unser Foto. Fast wortlos dreht sich der Verkäufer um, läuft zielstrebig auf ein Regal zu und bringt uns eine passende Kartusche. Super, jetzt können wir sogar richtiges Menü kochen mit zwei Kochstellen.

Der Gemüseladen hat heute leider schon zu. Zurück am Platz kaufen wir im Laden dort noch Zutaten für Tomatensalat. Da der Wetterbericht Regen gemeldet hat und der Wind auch auffrischt, haben wir unser Sonnensegel gespannt. So gibt es dann vor dem Zelt noch einen trockenen Sitzplaz. Dann kochen wir Risotto und machen Salat.

Zwischenzeitlich kommt unser “GS-Freund” Jürgen bei uns vorbei und erzählt, sie sind unsere Kupplungsqualm-Tour nachgefahren. Sichtlich geschafft meint er: Ihr seid ja verrückt, die Strecke zu zweit auf einem Moped! Wir plaudern noch kurz bevor es über das Essen hergeht.

Den Abend verbringen wir noch gemütlich vor dem Zelt. Der Wind, der über die Berge aus dem Landesinneren kommt, fühlt sich an wie ein Fön. Um halb neun zeigt unser Thermometer noch 31 Grad!

Es war wieder ein herrlicher Tag!