Team O.i.D. auf Reisen

Team O.i.D. auf Reisen

Wenn einer eine Reise tut

Falls wir mal größer fortfahren, dann seht ihr es hier.

Tag7

Sardinien 2015Posted by Markus Sun, January 10, 2016 17:05:10

Tag 7: 07.05. 175km (1752km)

Abfahrt: 9:15Uhr

-Torre Argentina- Bosa-Oristano-Camping Scoupadux

Unser morgentliches Ritual wird langsam zur Routine. Sind wieder bei zeiten auf. Ich mache mich über das Frühstück, während Kristina zum baden geht.

Schön in Ruhe verstauen wir unsere sieben Sachen wieder auf unserem Moped.

Obwohl wir uns Zuhause bei der Urlaubsplanung für keine feste Route entschieden haben, stehen die großen Dünen und Minengebiet um Montevecchio im Südwesten, ganz oben auf unserer Liste. Da wollen wir heute hin. Da langsam unsere Gas leer wird, sollten wir heute auch Ersatz finden. Ansonsten bleibt die Küche kalt. Wäre blöd!

Wir folgen der Küstenstraße weiter Richtung Süden. Nach nur ein paar Kilometern erreichen wir Bosa. Schauen uns kurz den kleinen aber schönen Hafen und die Altstadt an. Kurz danach treffen wir auf unserer geplanten Route auf ein Straßen-sperrschild. Als wir kurz die Karte studieren, um nach einer Umfahrung zu suchen, fahren ein paar Einheimische einfach an dem Sperrschild vorbei. Na das können wir auch! War bestimmt nur für LKW´s!

Bei der Weiterfahrt fällt mir eine kleine Nebenstraße auf, die etwas in die Berge geht, um später wieder auf die Hauptstraße zurück zu kommen.

Blinker links und ab in die Botanik. Was sich als sprichwörtlich herausstellen sollte.

Etliche Kakteen, die zwischen den Felsen stehen, Blumen und allerlei Kräuter die den Wegesrand säumen. Toll! Die Straße führt herrlich durch Weiden und Sträucher zurück auf die Hauptstraße.

Unsere Strecke führt uns ein wenig abseits der Küste Richtung Sinis. Sehen im vorbeifahren zwei größere Campingplätze angeschrieben. Fragen an der Rezeption nach einem Laden auf dem Platz, der Gaskartuschen haben könnte. Leider wieder NEIN!

Auf der Halbinsel Sinis, bei San Giovanni di Sinis, machen wir Pause.

Da sich Ortisano als schon fast kleines Städtchen herausstellt, wollen wir dort nach einer Kartusche für unseren Kocher suchen. Schon fast aus der Stadt raus, in einem Kreisverkehr, sehe ich im letzten Moment einen Wegweiser „TUTTO GAS“. Im angepassten italienischen Fahrstiel geht es um die Kreuzung direkt vor die Eingangstür. Wir also rein, fragen freundlich nach unserer Kartusche und zeigen Ihr auf dem Handy noch ein Bild. Die nette Dame schüttelt mit dem Kopf und zeigt auf die Stechkartuschen im Regal. Super! So ein Ding haben wir natürlich auch Zuhause. Da man die aber nicht so klein zerlegen kann, haben wir uns für den Anderen entschieden. Hmmmmmm……..Dann wird uns wohl nix anderes übrig bleiben, als so einen Kocher zu kaufen! Naja, wenigstens kostet der ganze Spaß nur 18,-€. Die größere Herausforderung besteht darin, das riesen Trumm zu verstauen. Klappt auch irgendwie.

Nun tun sich ja wieder ganz neue Möglichkeiten der Verpflegung auf! Also gleich noch in den Supermarkt und einkaufen, bevor wir wieder am Campingplatz ohne Laden stranden.

Oh man, die Sachen müssen ja auch noch irgendwo hin! Das kriegen wir auch noch unter und mit unserem jetzt wirklich voll bepackten Moped geht es auf einem etwas langweiligen Stück weiter Richtung Costa Verde. Auf der Höhe von Arborea, wo die Strecke recht linear und langweilig durch die Landschaft geht, haben wir in der Ferne die ersten Flamingos gesehen.

Ein paar Kilometer vor dem Capo di Frasca geht die Straße auf eine einspurige Brücke mit Sperrschild zu. Aus den ganzen Zusatzschildern darunter werden wir auch nicht schlau. Wir halten uns wieder an unsere Taktik. Kurz warten und sehen was die anderen so machen.

War ja klar, die fahren ran, kucken ob Gegenverkehr kommt und fahren drüber! Einfach.

Auf der anderen Seite geht es etwas auf eine Anhöhe hinauf. An der Kuppe zweigt eine breite Schotterstraße zum Meer ab, mit einem schon recht verwittertem Schild „Hotel“. Nicht das wir nach einem Zimmer suchen würden, aber dann wird der Weg schon nicht gleich im nirgendwo enden.

Nach etwa ein, zwei Kilometern hat man einen traumhaften Blick auf die Küste mit Sandstrand und Türkis blauem Wasser! Wahnsinn!

Da es nicht mehr sehr weit bis zu unserem Tagesziel an den Dünen ist, wollen wir evtl. noch tanken und eine Kleinigkeit essen.

In Marina di Arbus finden wir beides nicht und fahren weiter an der Costa Verde. Am Beginn der Sand- Schotterpiste machen wir noch mal einen Stopp. Von hier aus sieht man das erste Mal das Ausmaß und Größe der Dünen.

Die folgenden Kilometer der Piste kenne ich aus Google Street View schon fast auswendig. Wahnsinn wie gut die Insel dort abgedeckt ist. Selbst auf kleinen Nebenstrecken.

Kristina fragt auch, scheinbar etwas gespannt, ob jetzt gleich die Wasserdurchfahrten kommen? Ich sag zu Ihr: „ja, aber wenn es zu heftig wird, lasse ich dich vorher runter“!

Als wir dann das erste Mal mit unseren 400 kg Kampfgewicht eine solche Piste unter die Räder nehmen, bin ich auch auf das, was kommt gespannt!

Die Strecke geht in ein paar Kurven mäßig steil hinab in ein kleines Tal und ich weiß schon, was uns hinter der nächsten Kurve erwartet! Die erste Wasserdurchfahrt, was die kleinere von beiden sein soll. Mit genügend Abstand zum Schwung holen bleiben wir erst mal davor stehen. Nach einem prüfenden Blick sag ich: „ das geht, auch zu zweit!“

Gang rein und los. War schon etwas tiefer als ich dachte. Etwas auf Eiern, aber sonst ganz O.K. geht es durch die Furt. Am anderen Ufer kommt uns dann eine Boxer-Kuh und Sozia entgegen. Das will ich sehen wie die Profis hier das machen!

Der fährt schon mal mit dem Vorderrad bis ins Wasser, um dann anzuhalten und seine Mutti runter zu schicken! Er füsseld dann die Kuh durchs Wasser und die Mutti kann durchs Wasser waten. Echt Super!

Gut, wir fahren die Piste weiter und kommen kurz darauf an der zweiten Durchfahrt an. Diesmal mit etwas mehr Überzeugung bitte! Und schon geht das Moped durchs Wasser, wie besagtes Messer durch die Butter. Cool!

Kurz darauf erreichen wir den Campingplatz. Beim parken vor der Rezeption kommen noch zwei Deutsche auf einer voll bepackten „GS“ und mir fallen gleich die von eben am Fluss ein.

Ich muss schmunzeln. Während Kristina schon mal die Anmeldung macht, warte ich am Moped und quatsche die „GS-Fahrer“ an. Scheinen ganz freundlich zu sein und wir suchen uns erst mal ein schönes Plätzchen für unser 1000 Sterne Hotel.

Der Platz an sich liegt etwa 4km vom Strand entfernt auf einer Anhöhe in einem Eukalyptus Hain. Nur ein paar Terrassen und das Sanitärgebäude deuten auf ein angelegtes Gelände hin. Die wenigen Besucher verteilen sich auf dem großen Grundstück so gut, dass man denkt alleine hier zu sein.

Nach kurzem Suchen finden wir ein schönes Fleckchen und bauen auf. Wir haben ja wieder einen Kocher der funktioniert! Also erst mal eine Kanne Kaffee kochen und Risotto aus der Tüte! Hmmm, lecker!

Etwas später kommt auf einmal die Sozia unserer GS-Bekanntschaft von der Anmeldung und fragt, ob sie uns etwas vom Supermarkt mitbringen können?!

Wir nehmen gerne an und bestellen Wasser und einen Liter Rotwein J.

Obwohl es noch gar nicht so spät ist, werden wir den Nachmittag mit Faulenzen verbringen. Am frühen Abend trifft dann unsere „Bestellung“ ein und es entsteht eine angenehme Unterhaltung. Am Abend steht dann der Besuch im zugehörigen Restaurant an. Das gönnen wir uns jetzt mal. Das Essen ist wirklich lecker und das Personal super freundlich. Zurück am Zelt gibt es dann noch etwas von unserem Rotwein.

Wieder ein super Tag!