Team O.i.D. auf Reisen

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Wenn einer eine Reise tut

Falls wir mal größer fortfahren, dann seht ihr es hier.

Tag15

Sardinien 2015Posted by Markus Mon, January 11, 2016 18:07:20

Tag 15: 15.05. 152km (3011km)

Abfahrt 10:00Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Lotzorai-Tiei-Schlucht Goroppu-Urzulei-Lotzorai-Camping Platz

Durch den warmen Wind am gestrigen Abend, hatten wir Nachts Sauna im Zelt. Kristina holt sich erst mal wieder ihre Abkühlung im Meer. Anschließend gibt es Frühstück. Da heute bis ca. elf Uhr unsere Reifen kommen sollten, wollen wir erst mal nach Tortolli.

Bei der Stadtdurchfahrt halten wir noch an einem Souvenierladen. Möchten ein Sardinien T-Shirt für uns beide. Eine Vielzahl an Motiven und Farben, aber so richtig hat uns Keines gefallen. Da wird sich aber noch eine Gelegenheit ergeben. Nun erst mal zum Reifenhändler.

Wir sind noch nicht mal richtig auf den Hof gefahren, kommt der nette Angestellte schon angelaufen, grinst über das ganze Gesicht und zeigt uns Daumen hoch. Super, unsere bestellten Reifen sind gekommen. Es war zwar beruhigend zu wissen, auf jeden Fall irgendwelche Schlappen zu bekommen, aber mit unseren bestellten bin ich viel zufriedener.

Es ist schon später Vormittag und es sind einige Mopeds vor uns. Ein Mechaniker der immer an zwei Motorräern gleichzeitig schraubt, ist schon fleißig an der Arbeit. Bei seinem Kollegen wird die Montiermaschiene gar nicht kalt. Als unser Moped an der Reihe ist gehe ich den Jungs ein wenig zur Hand. Zwischenzeitlich sind dann doch ein einhalb Stunden vergangen. Der Service dort ist wirklich zu empfehlen. Die Mechaniker bekommen noch Trinkgeld und wir machen uns auf den Weg.

Unser Ziel ist die Schlucht, die uns der nette Herr aus dem Motorradteileladen versucht hat zu erklären. Da die Beschreibung schon drei Tage her ist, diese auch noch in Italienisch mit wilder Gestig, finden wir den Einstieg in die Schlucht natürlich nicht auf anhieb. Die Abstecher sind aber auch sehenswert und so gestaltet sich die Suche nach dem richtigen Abzweig recht kurzweilig.

Am richtigen Abzweig angekommen, führt uns ein schmales Asphaltband, das in den Fels geschlagen ist, wieder in die Hochebene.

Als die Teerdecke endet, kommen wir an eine Steigung. Die Straße wird auch schmäler. Auf halber Höhe des Anstiegs kommen plötzlich oben über die Kuppe fünf komplett aufgemotzte Toyota Land Cruiser entgegen. Trotz der schmalen Fahrbahn machen die nicht mal Anstalten, langsamer zu fahren, geschweige denn anzuhalten. Die haben die selbe Sonderausstattung wie Daimler Fahrer. Eingebaute Vorfahrt!

Auf der letzten Kante vom Seitenstreifen passen wir irgendwie an den Dickschiffen vorbei, ohne am Fels oder den Kotflügeln der Kisten, hängen zu bleiben.

Danach tut sich eine herrliche Landschaft auf. Ein riesiges Hochtal mit toller Aussicht.

Anschließend windet sich die Schotterpiste in ein trockenes Flussbett hinunter, wo mal wieder die Brücke fehlt.

Auf der anderen Uferseite mündet der Weg bergwärts in einen märchenhaften Wald. Gedrungene, knochige und wild verschlungene Bäume säumen die Seiten. Immer wieder an steileren Stellen ist der Weg komplett mit Kopfsteinpflaster belegt. Große, leicht rundliche Pflastersteine, die bei langsamer Fahrt echt nervig sind. Man hat das Gefühl, jeden einzelnen mitzuzählen. Also dann eben etwas schneller! Schon geht es prima über das Gerüttel drüber.

Mit stetigem auf und ab schlängelt sich der Weg, scheinbar endlos durch den Wald.

Bloß gut, dass die Blechkisten vom Anfang uns nicht hier begenet sind!

Doch plötzlich scheint der Weg an einem Wendehammer ähnlichen Platz, mittig mit einer alten Eiche, zu enden. Rings um den Baum stehen drei oder vier VW- Busse. Gerade als wir anhalten wollen, schaut ein Mann hinter dem Bus vor und winkt uns zielstrebig seitlich an seinem Auto vorbei, in einen etwas breiteren Wanderweg!

Gut, wenn der meint! Vorbei am Bulli, einen kleinen Absatz hinunter führt der Weg etwas abschüssig weiter, wo uns auch gleich ein paar Männer mit irre viel Ausrüstung auf dem Rücken entgegenkommen. Nach nur ein paar hundert Metern ist aber dann wirklich Schluss. Der Wanderweg zwar nicht, aber für uns. An einem Infoschild, wo etwas über die Schlucht und deren Entstehung geschrieben steht, lassen wir unser Moped stehen.

Es geht zu Fuß weiter. Wenn wir die Beschreibung vom Motorradladen richtig interpretieren, muss es hier ganz in der Nähe einen tollen Ausblick in die Schlucht geben.

Nach nur wenigen Minuten auf dem alpinen Steig kommt uns eine Frau, auch sehr bepackt, entgegen. Auf Englisch fragt sie, ob uns ein paar Männer begenet sind und wenn ja, in welche Richtung sie unterwegs waren. Sie bekommt freundlich Auskunft, um uns bei ihr auch gleich nach dem Aussichtspunkt zu erkundigen. Mit Blick auf unser Schuhwerk meint sie noch, der Weg sei sehr steil und steinig.

Noch ein paar Gehminuten weiter, laufen wir etwas abseits auf ein paar Felsbrocken zu. Dort angekommen, blicken wir in die Goroppu-Schlucht hinunter. Eine, in Bogenform, fast senkrechte Felskante, mit einem tiefen V-förmigen Einschnitt.

Wir machen uns einen bequemen Sitzplatz auf den Steinen zurecht, um die Aussicht zu genießen.

Mittlerweile ist es halb vier. In entgegengesetzter Richtung geht es auf den Rückweg. Mit etwas Streckenkenntnis und gewonnenem Vertrauen zum Rüttelpflaster erreichen wir zügig wieder die Hauptstraße.

Beim Pflichtbesuch in einer Bar, fällt die Entscheidung uns noch für den Tourentipp zu bedanken. Da auf der topfebenen Passstraße sich etliche Motorradfahrer tummeln, nehmen wir noch einen Abstecher in ein Seitental Richtung Tortolli. Ein schmales, aber gut ausgebautes Sträßchen windet sich in Kehren und Kurven hinab.

Am Laden angekommen, versuchen wir trotz Verständigungsproblemen, uns zu bedanken.

Der Besitzer ist sichtlich erfreut darüber und erzählt sofort ganz Stolz seiner Kundschaft, wo wir heute waren. Er verabschiedet uns noch persönlich am Moped und wir winken noch mal freundlich, bevor wir die Gasse verlassen.

In Bari Sardo gehen wir wieder zum Einkaufen. Kristina hat heute Morgen von der netten Frau an der Rezeption einen Tipp zum einheimischen Essen bekommen. Holen uns Gulurgionis (gefüllte Teigtaschen) und Sebadas (gefüllter Pfannkuchen).

Zurück am Platz treffen wir Marion und Jürgen. Quatschen ein wenig über den Tag und tauschen Tourentipps aus.

Dann wird gekocht! Im Moment haben wir ja den Luxus von zwei Kochern und können so richtig brutzeln.

Erst gibt es die gefüllten Teigtaschen mit Tomatensoße, Parmesan und Salat. Zum Nachtisch dann, die mit Schafskäse gefüllten Pfannkuchen, dick mit Honig bestrichen. Hört sich abenteuerlich an, schmeckt aber richtig lecker.

Am Abend hat es heftig abgefrischt und wir sitzen noch mit langen Sachen draußen. Auch der Wind ist etwas stärker geworden. Kristina hatte es schon beim Baden gemerkt und mit den Wellen gekämpft.

Wieder ein herrlicher Tag mit wunderschöner Tour!


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