Team O.i.D. auf Reisen

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Wenn einer eine Reise tut

Falls wir mal größer fortfahren, dann seht ihr es hier.

Tag18

Sardinien 2015Posted by Markus Tue, January 12, 2016 18:12:06

Tag 18: 18.05. 156km (3576km)

Abfahrt 9:30Uhr

Tour vom Platz aus

-Tortolli-Flumendosa Tal-Villagrande-Hochebene-Lago Alto di Flumendosa-Lanusei- Camping Platz

Die Nacht war angenehm, als uns der morgendliche Betrieb zeitig aus den Federn holt. Kristina nimmt, wie fast jeden Morgen, erst mal ihr Bad im Meer und ich mach mich übers Frühstück. Schön gemütlich starten wir in den Tag.

Da heute der letzte Tag ist, bevor wir wieder nördlich zum Fährhafen zurück müssen, wollen wir noch mal eine kleine Tour in die Berge machen und den Nachmittag ganz in Ruhe am Platz ausklingen lassen.

Gerade als wir uns anziehen kommt der “Neue” von gestern Abend noch mal. Er hält mir einen Offroad Reiseführer hin und bearbeitet mich so lange, bis ich mir wenigstens die Daten einer Tour abfotografiere. Irgendwie schaff ich es mich los zu reißen und wir fahren los.

In Bari Sado heißt es erst mal Tanken. Über Tortolli geht es weiter nach Villagrande. Auf der Strecke dort hin sieht Kristina einen Wegweiser “Flumendosa Tal”. Der macht uns auch gleich neugierig. Eine kleine Bergstraße führt in ein malerisches kleines Tal. Ständig wechselt die Uferseite, immer über schöne Natursteinbrücken.

Letztendlich ist es dann aber doch eine Sackgasse. Die Straße endet an einem Tor des Wasserkraftwerkes.

Nur ein paar Kilometer weiter setze ich erneut den Blinker rechts, um in einen Schotterweg abzufahren. Nach etwas Geschlängel kommen wir an einen Weiler, wo uns auch gleich drei Köter kleffend begrüßen. In der Annahme, der Weg würde weiter gehen, fahren wir daran vorbei. Die Kleffer natürlich gleich hinter uns her. Da hat sich unsere alte Taktik mal wieder bewährt. Ein wenig langsam, damit die Köter ran kommen und dann ein kurzer, aber heftiger Gasstoß. Dann haben sie im wahrsten Sinne des Wortes die Schnauze voll und geben auf. Der Weg allerdings geht doch nicht weiter. Also das ganze Spiel noch mal. Die Hunde allerdings scheinen aus der Situation nichts gelernt zu haben. Dann eben das selbe Spiel noch mal!

Kurz vor Villagrande auf der Teerstraße kommt uns eine “GS” entgegen. Ansich ist ja so ein Moped keine Seltenheit mehr, aber mir fällt sofort ein, woher ich den kenne. Der “Ulmer” von der Fähre! Als ich in den Rückspiegel schaue, dreht der auch noch um! Nach dem wir gestern Abend und heute Morgen schon zugenullt worden sind, lass ich unseren Eintopf mal richtig flliegen, was aber bald durch einen LKW verhindert wird. Am Ortseingang ist er dann wieder hinter uns. Wir wollen in entgegengesetzter Richtung die alte, teils abgebrochene Straße Richtung Talana fahren. In der kleinen, verwinkelten Ortsdurchfahrt verpasse ich prompt die Abzweigung. Im Rückspiegel biegt derweilen der Ulmer ab und winkt uns die Richtung. Verdammt, genau das wollte ich nicht! Also umkehren und den Abzweig nehmen. Schon am Ausgang der Ortschaft schliessen wir auf ihn auf. Jetzt bloß auf keinen Stop einlassen, obwohl ich dringend mal den Kaffee wegstellen müsste. Wir suchen unser Heil in der Flucht. Da ich die Strecke noch ganz gut im Kopf hab, der schlechte Belag mit den riesen Schlaglöchern für uns spielt, fahr ich an ihm vorbei und blase volle Segel über das, was von der Straße noch übrig ist. Ich glaube Er hat verstanden, dass ich keine Lust auf Konversation habe.

Nach ungefähr fünf Minuten muss ich aber doch halten, um keine nasse Hose zu bekommen. Der Vorsprung sollte ja reichen. Die “GS” taucht nicht wieder auf und wir genießen noch mal den herrlichen Ausblick. Diesmal lassen wir die Bar in Talana, leider, links liegen und fahren zu unserem Picknickplatz mit der Quelle. Machen kurzen Halt um den Trinkrucksack zu füllen. Unser Plan ist diesmal den Weg nach dem Tor weiter zu fahren. Dort angekommen schließt Kristina hinter uns wieder sorgfälltig ab und es geht weiter in die Hochebene. An einigen Felsblöcken mit tollem Ausblick machen wir Pause und essen unsere Brotzeit. Semmeln, Käse und einen Apfel. Im Navi finde ich einen Weg, der über den Berggipfel auf der anderen Seite wieder auf die Straße führen sollte. Oben auf dem Gipfel auf 1280 m hat man ein tolles Panorama in die Berge.

Der breite Fahrweg scheint wirklich weiter zu gehen. Es geht mal wieder durch ein Gatter, das dieses Mal offen steht, bevor der Weg etwas schmäler abwärts führt. Nach ein paar Kurven wird es wieder Hard Enduro! Teils nur eine Handbreit, ist alles was der Regen noch befahrbar übrig gelassen hat. Und das alles ganz schön steil bergab. Kristina ist hinten drauf wieder ganz große Klasse. Ganz ruhig versucht sie mir so gut es geht Bewegungsfreiheit zu lassen, um die kurzen, aber heftigen Passagen zu fahren. Immer wieder, wenn es der Weg erlaubt, halte ich kurz um uns zu sortieren. Man oh man, hoffentlich müssen wir nicht die ganze Strecke wieder rauf! Der Weg wird aber wieder besser, was uns Mut macht. Vorbei an einem einsamen Bauernhof stehen wir an einem………Weidezaun. Komisch nur, daß der Weg, wie abgeschnitten auf der anderen Seiten fast nur Schemenhaft zu erkennen ist. Ich ahne nichts Gutes. Da uns aber mal wieder Esel besuchen machen wir kurz Pause. Zu Fuß gehe ich ein Stück weiter. Jetzt sieht man den Weg auch besser. Der geht durch einen Bach, um auf der anderen Seite wieder steil den Berg hinauf zu gehen.

Kristina hält den Zaun kurz auf, bevor wir den Versuch starten. Nur ein paar hundert Meter weiter halte ich ein Stück vor einer Steilauffahrt an. Richtig viel Geröll und Oben, kurz vor dem Scheitel, noch ein paar Felsen. Ich will es zunächst alleine probieren, ob es Sinn macht sich dort hoch zu quälen. Vielleicht ist es ja nur dieses kurze Stück und danach geht es wieder angenehmer weiter. Das Geröll geht noch ganz gut. Vor den Felsstufen verlässt mich dann allerdings der Mut, oder die Vernunft siegt und ich bleib in der Auffahrt stehen. Umkehren, das ist echt zu heftig!

Am Rückweg passieren wir wieder das Tor und den Bauernhof. Was uns tröstet, ist die Tatsache, noch einen Abzweig ausprobieren zu können, damit wir nicht die ganze Strecke wieder den Berg hinauf müssen. Dort angekommen entpuppt sich der Weg als schöne Fahrstraße, die zur alten SS389 führt. Der folgen wir dann auch, trotzt Sperrschild. Nach einigen Kilometern folgen wir dann einem Schild zum Lago Alto di Flumendosa. Eine herrliche, kleine Teerstraße. Aber auch diese ist mal wieder durch eine weggespühlte Brücke, mit Offroad Einlage. Fahrspuren zeigen uns den Weg im Bachbett bis zur Furt.

Auf der anderen Seite geht es kurz darauf am Ufer des Sees entlang.

Da es jetzt doch schon Nachmittag ist, halten wir in Lanusei an einer Bar. Kristina bestellt Pizzette, Focachio und natürlich wieder Wasser und Cappuccino. Das Focachio kannten wir noch nicht. Der Kellner hat uns ein Stück in der Auslage gezeigt. Bekommen haben wir aber VIER Stück davon und ja auch noch die Pizzette. Es bleibt natürlich nichts übrig und wir sind papp Satt.

Zurück in Bari Sado machen wir das Moped gleich noch mal voll. Gehen noch kurz einkaufen im Supermarkt und Kristina in einen Laden, wo es schöne T-Shirts gibt.

Zurück am Camp gehen wir duschen um dann über die selbst gemachten Schinkennudeln herzufallen. Lecker. Nach dem Duschen sitzen Marion und Jürgen bei uns.

Unterhalten uns noch bis in die Nacht. Ein gemütlicher Abend und super schöne Abschlusstour in der Hochebene!!!


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