Team O.i.D. auf Reisen

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Wenn einer eine Reise tut

Falls wir mal größer fortfahren, dann seht ihr es hier.

Tag21

Sardinien 2015Posted by Markus Tue, January 12, 2016 18:27:07

Tag 21: 306km (4562km)

Abfahrt 9:30Uhr

-Rovereto-Brenner Paß-Innsbruck-Scharnitz-Garmisch-Saulgrub-

Die Nacht haben wir gut verbracht. Auch wenn es etwas ungewohnt ist, nach dem Aufwachen nicht mehr im Zelt zu liegen. Beim Blick aus dem Fenster scheint sogar ein wenig die Sonne. Kleiden uns erst mal zivil und gehen zum Frühstücken. Es wartet ein großes Buffet darauf geplündert zu werden. Danach wieder Sachen packen und auf dem Moped verstauen. Die Regenkombis haben wir erst mal weggepackt. Was sich als reichlich optimistisch herausstellt, denn gerade als wir startklar sind, beginnt es wieder zu Regnen. Da der Himmel nördlich aber etwas besser aussieht, wollen wir es ohne Gummihaut versuchen. Keine fünf Minuten später hört es auch schon auf und die Straße ist auch wieder trocken.

Sind schon auf das Wetter am Brenner gespannt. Die Wirtsleute haben uns berichtet, gestern war der Brennerpaß wegen Schneefall sechs Stunden gesperrt! Wir lassen uns überraschen. Der Wind hat wieder ein wenig nachgelassen. Auf der Höhe von Bozen sieht man die ersten, fast bis auf Etschtal Höhe verschneiten Berge. Auch der Himmel wird immer grauer und die Wolken hängen tiefer. Bei Brixen machen wir noch mal Pause, um wenn nötig, auf einen Ritt bis Innsbruck durch zu kommen. Da der Regen schon fast zu riechen ist, fällt auch die Entscheidung leicht, die Regenkombi drüber zu ziehen. Es wird auch langsam frisch. Unser Thermometer zeigt noch 12 Grad. Ab Sterzing beginnt es dann zu regnen und die Straße verschwindet in der Ferne in den Wolken. Oben am Paß liegen dann wirklich 20 Zentimeter Schnee neben der Straße und es hat noch FÜNF GRAD! Wir machen nur einen kurzen Fotostopp und dann geht es weiter.

Da die Nordrampe flacher abfällt, dauert es länger bis die Temperatur wieder annehmbar wird. Langsam kriecht die Kälte auch durch die Klamotten. Die letzten zwei Wochen haben wir uns fast täglich gefragt, ob es Sinn macht, Thermounterwäsche bei teils 30 Grad spazieren zu fahren. Ich muss sagen, es macht Sinn! Heute sind wir um jedes Kleidungsstück froh. Kurz vor Innsbruck werden die Temperaturen wieder angenehmer und das Wetter etwas freundlicher. In der Stadt, bei einem amererikanischen Spezialitätenrestaurant, machen wir Pause. Ein wenig auftauen und das kostenlose W-Lan für den Wetterbericht nutzen. Doch der meint, es wird wieder naß werden. Wir entschliessen uns, die selbe Route von der Herfahrt einzuschlagen und so geht es nach Scharnitz. An der letzten Tankstellle in Österreich machen wir noch mal voll. Nach dem Stopp schüttet es wieder wie aus Eimern. Und da ist es auch wieder! Bei niedriger Drehzahl fängt der Motor wieder an zu stottern und man muss aufpassen, dass er nicht ausgeht. Das nervt! Kurz hinter der Grenze rollen wir in eine kleine überdachte Tankstelle, um nach dem Moped zu sehen. Kristina verschwindet ohne Ansage im Laden und bringt erst mal zwei heiße Kaffee! Super Idee!

Mittlerweile lässt mich der Gedanke nicht los, die Motoraussetzer hängen mit Zündung und Wasser zusammen. Hmmmm…….Kontaktspray! Also ich rein in den kleinen Laden der Tankstelle und frage den netten Herrn hinter der Kasse. “ Schau mal in dem Regal hinter dir, da könn´st was finden!” Und siehe da, eine kleine Sprühdose Kontaktspray. Draußen am Moped flute ich erst mal alles damit was irgendwie mit der Zündung oder Lichtmaschiene zu tun hat. Weiter geht es nach Garmisch. Teils regnet es wieder heftig, aber das Motorrad scheint zu laufen. Nach dem Ortsausgang biegen wir Richtung Oberammergau ab. Es regnet natürlich immer noch und so geht es gemächlich den Berg hinauf. Und urplötzlich rutscht mir wieder das Hinterrad weg. Diesmal in einer Rechtskurve. Es kommt zum Glück kein Gegenverkehr und wir kommen vor dem hohen Bordstein auf der anderen Seite zum stehen. VERDAMMT! Der Belag ist wieder völlig schmierig. Heben unseren Grempl erst mal auf und schieben an den Straßenrand. Kristina hat sich anscheinend die Hand etwas angeschlagen, meint aber, es sei alles in Ordnung. Bei mir ist weiter nichts, nur das Regengewand hängt etwas in Streifen. Naja, am Moped hat sich die rechte Seite jetzt der Linken angepasst und die rechte Packtasche ist auch durch! Sch…..!!!! Wir fahren weiter. Ein paar Ortschaften später halte ich noch mal, um zu beratschlagen.

Da uns die gestrige Zimmersuche als durchnässte Motorradfahrer noch gut in Erinnerung ist, beginnen wir langsam damit. In Saulgrub sehen wir von der Hauptstraße aus eine Pension. Fahren auf deren Parkplatz und Kristina geht schon mal rein, während ich am Moped warte. Müssen ja bestimmt gleich weiter. So auf dem Motorrad im Regen sitzend lese ich einige Schilder. Da steht überall was mit Sinne frei machen und Meditation und Bayrisches Paradies?! Kristina kommt wieder raus und hinterher schon die Wirtsfrau mit einem Wäschekorb für unsere nassen Sachen! Super! Nachdem ich abgepackt habe und uns aus den Regenkombis befreit, kann ich sogar in einer Garage parken. Die Leute hier sind herzlich freundlich, aber alle irgendwie so, als könnte man ihnen ein Löschblatt unter den Füßen durchziehen. Egal, wir bekommen den Zimmerschlüssel und auch die Sauna wird extra für uns angeheizt. Erst mal heißt es unsere nassen Sachen auf der Bude aufzuhängen. Danach nehmen wir die Einladung mit der Sauna gerne an. Tut richtig gut nach so einem Tag.

Zum Abendessen gehen wir ins hauseigene Lokal. Das Essen dort ist richtig gut und auch reichlich. Immer wieder kommen kleine Aufmerksamkeiten aus der Küche. Sogar ein selbstgebrannter Bierschnaps wird uns noch spendiert. Sitzen noch eine ganze Weile, unterhalten uns mit den Hausleuten und den anderen Gästen. Ein angenehmer Aufenthalt bis jetzt. Am Zimmer schreib ich noch meine Hausaufgaben bevor wir müde und satt ins Bett fallen.

Wieder aller Hand erlebt heute!


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